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Kontroverse Fragen - Druckversion

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Kontroverse Fragen - Bydgoszcz205 - 30.01.2019

Hallo,

ich wollte mal ein paar kontroverse Fragen zur Diskussion stellen:

1. Ist das Forum tot?
Die Frage mag den einen oder anderen nicht überraschen. Man schaue sich nur ein paar Infos an: Nur 85 registrierte Mitglieder (Stand: 30.01.2019, sicher einige Bots darunter, seit langer Zeit kaum größere Veränderungen). Kaum neue Beiträge (wenn, dann vor allem Infos aus dem polnischen Forum). Viele Threads haben seit langer Zeit keinen neuen Content / Inhalte von den Mitgliedern bekommen. Kaum Beteiligung von vielen Mitgliedern (es sind immer dieselben wenigen Leute, die etwas schreiben oder antworten). Oft wird (wie von mir) auch das polnische / englisch-polnische Forum von Wargamer stärker benutzt.

2. Ist BFS in Deutschland tot?
Gut, diese Frage ist auf jeden Fall kontrovers, aber: Außer in Hannover hat sich BFS in Deutschland nicht durchgesetzt. Das letzte Turnier in Hannover musste leider auch abgesagt werden. Andernorts finden gar keine Turniere statt. Zwar ist BFS jedes Jahr auf der Tactica, aber einen richtigen Push hat das noch nicht gezeigt.
Vielleicht spielen ja viele in ihren Kämmerlein mit einem Freund und das war's, aber das wäre schade. Zudem kann man dann nicht als Multiplikator dienen (ich weiß, blödes Wort aus der Pädagogik).
Interessant wäre einpaar Kenndaten von Wargamer und Frontlinegames zu haben, wieviel hier in Deutschland verkauft wird.

3. Kann man BFS retten / populärer machen?
Ich habe in meinem Bekanntenkreis stark Werbung gemacht, aber der Funke ist bei keinem übergesprungen. Die in der Nähe vorhandenen Tabletop-Clubs setzen mehr auf andere Systeme (hoch aktuell z.B. Frostgrave) und jemanden zu einem neuen (und seien wir ehrlich sehr schwerem und einsteigerfeindlichem) Spiel wie BFS zu bekommen, ist sehr sehr schwierig.

4. Ist es nur bei BFS so?
Es ist schwierig zu sagen. Einige System wie das oben erwähnte Frostgrave sind in aller Munde und werden von vielen gespielt, andere Systeme führen aber wie BFS ein Nischendasein. Tabeltop ist kein Massenmarkt. Wie sagt man in der Wirtschaft: Nur weil ein neuer Laden aufmacht, verdienen nicht alle mehr, sondern der bisherige Umsatz aller gleichen Läden wird nur umverteilt. Gibt es zu viele gute Alternativen zu BFS???
Auf der anderen Seite: Seht euch die Spiel in Essen oder die Tactica in Hamburg an. Jedes Jahr Zuwächse im Tabletop-Bereich! Warum kommt das BFS nicht zu Gute?

5. Ist es die Herkunft?
Gut, also das ist jetzt SEHR SEHR weit hergeholt, aber: BFS ist ein polnisches Spiel, das vor allem in Polen beworben wird (mit vielen aktiven Spielern und eigenen Ligen, siehe Wargamer-Forum!) In Deutschland ist es für ein 15mm (schon das ist Nische!), osteuropäisches Tabletopspiel (trotz der Fraktionen HRR und BRA) bestimmt nicht ganz so leicht in der Masse anzukommen.
Zumindest bei meinen Bekannten war das so. "Ein polnisches Tabletop, nee lass mal."

6. Sind wir es? Können nur bestimmte Leute Tabletop gut finden? Schrecken wir andere ab?
Tabletopspieler sind Nerds (schlagt micht, wenn ihr es anders seht, aber wir sind alle schon sehr speziell in unserer Art. Und unser Hobby erst recht!) Mal mit einem Freund, der Tabletops nicht kennt, "kurz" eine Runde Tabletop spielen iss nicht. Und um sich in die Thematik zu vertiefen und zu verbeißen, muss man das ganze echt mögen. (Zwar bewundern alle immer meine Armee, wenn sie zu Besuch sind, aber noch nie hat jemand dadurch auch mit Tabletop anfangen wollen, trotz Einladung meinerseits!)
Muss man also ein Nerd sein? Gibt es genug von uns?
Zudem es immer mehr den Anschein hat, dass die Tabletop-Foren (nicht dieses!) und Tabletop-Spieler (nicht die Leute hier!) toxischer werden, zumindest meine Erfahrungen aus anderen Foren. So sind viele Tabletopspieler (nicht die Leute hier!) zu unhöflich anderen gegenüber und stoßen so viele ab von einem Einstieg in das Hobby. (siehe auch Youtube-Folgen von DICED zu diesem Thema.)

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin begeisterter Fan von BFS und die Leute hier im Forum waren immer nett und zuvorkommend zu mir. Ich möchte NIEMANDEN mit diesen Fragen angreifen, provozieren oder verärgern. Ich mache mir nur Gedanken und vielleicht auch Sorgen um unser Hobby und unser Spielsystem BFS.

Was denkt ihr denn dazu?

Gruß Paul

In English (Translation by Google Translate):

Hello,

I wanted to ask some controversial questions for discussion:

1. Is the forum dead?
The question may not surprise one or the other. Just look at a few info: Only 85 registered members (as of 30.01.2019, sure some bots including, for a long time hardly major changes). Hardly any new posts (if, then especially information from the Polish forum). Many threads have not received any new content / content from members for a long time. Hardly any involvement of many members (it is always the same few people who write or respond). Often the Polish / English-Polish forum of Wargamer is used more.

2. Is BFS dead in Germany?
Well, this question is definitely controversial, but: Except in Hannover, BFS has not prevailed in Germany. The last tournament in Hannover unfortunately had to be canceled. Elsewhere, no tournaments take place. Although BFS is at Tactica every year, it has not shown a real push yet.
Maybe many play in their little room with a friend and that's it, but that would be a shame. In addition, you can not then serve as a multiplier (I know, stupid word from education).
It would be interesting to have some informations of Wargamer and Frontlinegames, how much is sold here in Germany.

3. Can BFS be saved / made more popular?
I made a lot of advertising in my circle of acquaintances, but the spark did not jump over anyone. The nearby tabletop clubs are putting more emphasis on other systems (currently, for example, Frostgrave) and getting someone to play a new (and, let's face it, very hard to learn) game like BFS is very difficult.


4. Is it only with BFS?
Its hard to say. Some systems such as Frostgrave mentioned above are on everyone's lips and played by many, but other systems lead a niche like BFS. Table Top is not a mass market. How to say in the economy: Only because a new store opens, do not all earn more, but the previous turnover of all the same stores is only redistributed. Are there too many good alternatives to BFS?
On the other side: Watch the "Spiel" in Essen or the "Tactica" in Hamburg. Increases in the tabletop sector every year! Why does the BFS not benefit?

5. Is it the origin?
Well, that's VERY far-fetched now, but: BFS is a Polish game, which is mainly advertised in Poland (with many active players and their own leagues, see Wargamer Forum!) In Germany it is for a 15mm (already this is niche!), Eastern European tabletop game (despite the factions HRR and BRA) certainly not quite as easy to arrive in the crowd.
At least that was the case with my friends. "A Polish tabletop, never mind."

6. Are we the problem? Can only certain people find Tabletop good? Are we frightening others?
Tabletop players are nerds (beat me, if you see it differently, but we are all very special in our way. And our hobby even more!) Times with a friend who does not know tabletops, "short" play a round of tabletop is unrealistic , And to immerse yourself in the topic, you have to really like the whole thing. (While everyone always admires my army when they visit, never before has anyone wanted to play a tabletop, despite my invitation!)
So you have to be a nerd? Is there enough of us?
In addition, it seems more and more that the tabletop forums (not this!) and tabletop players (not the people here!) become more toxic, at least my experience from other forums. So many tabletop players (not the people here!) are too rude to others and repel so many from getting into the hobby. (see also Youtube episodes of DICED on this topic.)

Please do not get me wrong. I am an enthusiastic fan of BFS and the people here in the forum were always nice and obliging to me. I do not want to attack, provoke, or annoy ANYONE with these questions. I'm just thinking and maybe worried about our hobby and our BFS game system.

What do you think about that?

Greetings Paul


RE: Kontroverse Fragen - ArcShao - 31.01.2019

1. Ich für meinen Teil lese derzeit nur, weil ich auf Grund von Zeitmnagel bei 1-2 Skirmish sitze und mehr derzeit nicht geht. Interesse war aber weder für das Forum, noch für BFaS weg.

2. Keine Ahnung, bin aus Österreich^^

3. Hier kommt es einfach zum Tragen, dass es kein System ist, was man all zu leicht beginnen kann. Für Veteranen weniger das Problem, aber gerade für Anfänger bei uns wäre bei so nem Regelbuch Wälzer, ne gut übersetzte offizielle deutsche Version kein Fehler.

4. Wenn man mal von GW absieht, die die Zahlen an Spielern haben um Schwankungen auszugleichen, sieht es in keinem anderen TableTop anders aus. Mal mehr, mal weniger an Spielern, zumindest aus meiner Sicht.

5. Ich hoffe mal nicht, dass die Herkunft eine Rolle spielt, glaube es aber auch nicht.

6. Gleich und gleich findet sich eh, sonst würde es unser Hobby nicht geben Wink Ich glaube eher, dass es an diversen anderen Sachen liegt/liegen könnte.
- Regelbuch und die fehlenden Übersetzungen
- 15mm ist schon mal nicht jeder Manns Sache
- historisches meist noch weniger
- und 30 jähriger Krieg ist davon nochmal ne Nische
- und die Minis und die Masse, wenn man nicht skirmishen will, muss man auch erst kaufen und malen.

Womöglich die Summe aus Allem hier. Ich glaube, dass das Forum auch gut die fehlende Masse in Deutschland und Österreich wiederspiegelt, im Vergleich zu anderen Systemen. Weiters kommt noch dazu, dass viele evtl. zwar was lesen, aber sich nicht registrieren, bzw. zwar spielen, aber nie aktiv in Foren suchen, da sie selber jemanden haben der spielt und es oft kein Wunsch ist, andere Leute im Hobby zu treffen, bzw. man nicht auf die Idee kommt. Klingt blöd, habe ich aber schon sehr oft erlebt.


RE: Kontroverse Fragen - Bydgoszcz205 - 31.01.2019

Hi,

Danke für Deinen Beitrag. Du sprichst viele richtige Dinge an. Die fehlende deutsche Übersetzung des Hauptregelbuchs (oder der Players Edition) ist bestimmt ein wichtiger Faktor, den ich vergessen habe zu erwähnen. Hier leisten die Übersichtsregelhefte aus Hannover zumindest einen kleinen Beitrag der Kompensation.
Ich habe im Wargamer-Forum mal nachgefragt, ob es in Zukunft eine deutsche Übersetzung des Regelbuches geben soll. Ich rechne allerdings nicht wirklich damit.

Die anderen Aspekte, die Du erwähnst sind auch richtig. Militärisch historisches Tabletop ist im schon kleinen Tabletopmarkt nochmal eine Nische.

Edit: Wargamer hat im Forum mitgeteilt, dass es keine Pläne für weitere Sprachen gibt.


RE: Kontroverse Fragen - ArcShao - 01.02.2019

Danke fürs nachfragen, damit wäre das auch mal vom Tisch. Klar, für WG würde es doch einen erheblichen Aufwand mehr bedeuteno, ob es dann aber soviel mehr bringt sei dahin gestellt.


RE: Kontroverse Fragen - BlackLegion - 06.02.2019

Interessantes Thema. Ich werde später was dazu schreiben. Mit dem Handy ist das was blöd.


RE: Kontroverse Fragen - BlackLegion - 06.02.2019

1. Also ich schaue hier öfter rein und poste ja immer wieder die News von Facebook bzw vom internationalen Forum. Ab und zu ja auch in die WhatsApp-Gruppe.
Bemaltechnisch habe ich allerdings schon lange nichts mehr bemalt. Zu viele andere Projekte die mich abhalten. Derzeit zB Adeptus Titanicus und in ein paar Monaten sicherlich wieder Dropzone Commander und Dropfleet Commander. Damit kommen wir auch zum zweiten Punkt:

2. und 4. Tot würde ich nicht sagen, aber es ist einfach nicht sonderlich populär. Die meisten Tabletopper spielen eher Fantasy oder Science-Fiction Systeme. Historisches ist eher Napoleonik und eventuell noch Amerikanischer Bürgerkrieg was alles eher im 28mm (oder war es 32mm?) Maßstab gespielt wird. Denen sind "unsere" Figuren zu klein. 2.Wk wird noch gespielt aber da eher auch große Figuren (Bolt Action) oder interessanterweise im gleichen Maßstab wie BFaS nämlich Flames of War (was ich auch einige Zeit lang gespielt habe aber mittlerweile versuche alles zu verkaufen).
Dass das Regelwerk eher was für Veteranen ist sehe ich eher weniger als Hindernis als das exotische Setting. Die Herkunft ist da eher egal.

3. Ein deutsches Regelwerk wäre sicherlich förderlich. Die Erweiterung des Setting so dass es auch den 30jährigen Krieg beinhaltet würde das Setting sicher auch für Westeuropäer interessanter machen. Eine Erweiterung für den Englischen Bürgerkrieg ist ja genau aus diesem Grund geplant. Nur vom 30jährigen Krieg will Wargamer die Finger lassen, da der Markt da angeblich voll sei.

4. Nochmal. Nein. Flames of War ist seit der neuen Edition auch sehr unpopulär geworden. Adeptus Titanicus hat weltweit eingeschlagen wie eine Bombe, aber dennoch ist es schwer Spieler in der näheren Umgebung zu finden. Dropzone Commander und Dropfleet Commander sind tolle spiele aber auch hier ist es schwer neue Spieler dafür zu begeistern. Hier in Leipzig spielt man eher Warhammer 40.000, Age of Sigmar, Infinity, Napoleonik (nach Blackpowder Regeln) und Warmachine/Hordes.

5. Nicht die Herkunft, sondern das unbekannte Setting. Wenn man jemanden nach Krieg im 17. Jahrhundert fragt dann fällt einem nur der 30jährige Krieg ein. Niemand hier weiß was im 17. Jahrhundert jenseits der Oder passiert ist oder überhaupt nach 1648. Der nächste Konflikt nach dem 30jährigen Krieg der einem da einfällt ist normalerweise der /jährige Krieg und einige "Freaks" kennen vielleicht noch den Spanischen Erbfolgekrieg der zeitlich dazwischen liegt. Das war's aber auch schon.

6. Das ist ja schon eine eher allgemeinere Frage als speziell auf BFaS gemünzt. Ich habe festgestellt,dass BFaS eher die Leute anspricht die ein Interesse an osteuropäische Geschichte haben, oder womöglich die Filme der Sienkiewicz-Trilogie gesehen haben und gut fanden. Und die sind wirklich selten.

Hast du das mal ins englische Forum gepostet? Zumindest in England gibt es wohl feste Gruppen.


RE: Kontroverse Fragen - ArcShao - 07.02.2019

Wir haben eine WA-Gruppe? Wenn das wo stand, dann hätte ich es überlesen^^

Aber ja, auch ein guter Punkt wartum Foren generell etwas toter wirken. Inzwischen hat man für viele TT-Systeme, Spielegruppen etc. einfac heine WA, FB, oder was auch immer Gruppe. Das nimmt natürlich viel getippe aus den Foren raus. Kann ich auch verstehen, wenn man sich oft die Meinungsschlachten wegen ner Kleinigkeit und unterschiedlichen Zugängen zum Hobby in den Foren ansieht.

Und die Vielfalt der Systeme macht so ein Nischen-Nischen.System wie BFaS auch nicht populärer. Weiters postet man ja auch nicht den Großteil von dem, was man tut, oder? So lange man jemanden zum Spielen hat, sich Leute aber und zu von weiter weg treffen, da man sich in nem Forum koordinieren kann, ist ja schon mal was Gutes erfüllt und das Forum nicht umsonst. Wink


RE: Kontroverse Fragen - Bydgoszcz205 - 07.02.2019

@blacklegion Ich habe einen Link zu diesem Beitrag im englischsprachigen Wargamer-Forum untergebracht.
Ja man muss halt auf Geschichte stehen, vor allem auf die Sintflutzeit im 17. Jahrhundert, um dieses Tabletopspiel richtig wertzuschätzen.


RE: Kontroverse Fragen - BlackLegion - 10.02.2019

Gibt 2 WhatsApp-Gruppen. Einmal für Ostdeutschland und eine für Leipzig. Keine Ahnung wie man das hier verlinkt.


RE: Kontroverse Fragen - onkelsheik - 14.02.2019

Ich schau auch mal wieder rein. Vorsicht, Meinungen sind subjektiv und aus dem Freundeskreis, man mag sie teilen, oder auch nicht. Der gegenwärtige Zustand spricht für sich selber :p
Grundlegend ist es so, dass ich aufgrund meiner Herkunft und meiner Familie sehr am Setting des Spiels interessiert bin, und in den letzten zwei Jahren mehrfach versucht habe, Leute anzufixen. Der Erfolg war sehr sehr mäßig, die Gründe sind vielfältig, aber in der Summe ein Problem. Siehe unten.
@ Rechtschreibung, sry, ich bin Schwede und schreibe eigentlich nie längere deutsche Texte. Großklein mag behalten werden :p. Edit: Hab nen paar rausgemacht.

1. Ist das Forum tot?
Das Forum ist ja nur ne Spielwiese von aktiven Spielern. Spielt kaum wer, ist hier halt auch wenig. Foren sind generell auf dem absteigenden Ast, auch wenn ich z.B. gefacebooke für so Themen fürchterlich unübersichtlich finde.

2. Ist BFS in Deutschland tot?
Ich parke die Frage, aber es hat definitiv Kinderkrankheiten die man wohl nicht in den Griff zu kriegen gedenkt, siehe unten.
Ich persönlich male nach wie vor und spiele immer wiedermal im privaten Rahmen, Turniere reizen mich nicht mehr, s.u.
Werde allerdings die Tage mal paar Bilder hochladen, bin grad in Elternzeit und bringe grad diverses 80% bemaltes auf 100%.

3. Kann man BFS retten / populärer machen?

Kinderkrankheiten:

a) Setting:
Wie schon von Daniel erwähnt interessiert sich in D schlicht quasi niemand für 17jh, und wenn, dann ist es TYW. Allerdings denke ich schon, dass man hier was tun könnte. Will man aber offenbar nicht, ich erläutere:

b) Varianz:
Das Spiel hat lediglich Varianz im osteuropäischen Raum. Türken, Kosaken, Tartaren, Russen, Polen unterscheiden sich stark. Schweden, Dänen, Brandenburger und Kaiserliche sind quasi das Gleiche. Hier müsste man sich mehr Mühe mit der Differenzierung geben. Das ist man nicht willens, auch, weil man das Spiel zwanghaft historisch halten will. Allerdings gäbe es mE viele Optionen: Eine Aufweitung nach Westen mit Franzosen, Pfälzern, Schweizern wäre eine Option, sie wollen wohl für die Polen in England den englischen Bürgerkrieg rausbringen. Auf dem Kontinent wird ihnen das nix bringen, den englischen Bürgerkrieg kenn in Deutschland doch keine Sau, in Schweden auch nicht. Historisch kompatibel mit dem bisherigen ist es auch noch weniger; die Kaiserlichen könnte man noch gegen Franzosen kämpfen lassen (genannte Erbfolgekriege), aber Cromwells New Model Army? Lol.

c) Szenarien:
Die Szenarien sind komplex, sehr Unterschiedlich, und in das "Punkteausgleichsystem" eingebunden. Um Land zu sehen, muss man viele Szenarien extrem listenangepasst spielen, und diverse Sonderregeln beachten. Das macht das Spiel sehr Einsteigerunfreundlich und schwer für "zwischendurch". Als Beispiel nenne ich die Flussmissionen, die sind Cockblocker pur, gerade für die vielen Reiterlisten. Forage bevorzugt mobile Armeen immens, während die Villagegeschichten das Gegenteil sind. Dazu kommen abstruse Szenarien wie Ambush oder Night attack, die in meiner Erfahrung meist schlicht von der Initiative oder einem Effekt entschieden werden.
Nun mag man argumentieren, dass eine Liste hier halt stark, und da halt schwach ist. Das mag auf einem Turnier gelten, spielt man jedoch lediglich ein Spiel an einem Abend, ist es selten wirklich ausgeglichen. Das kriegen andere Systeme besser hin. Ich spiele inzwischen fast nur noch patrol und take and hold, weil das einfach die ausgeglichensten Szenarien sind, mit Spaß für beide Seiten.

d) Listen:
Die Listen sind zwanghaft historisch, und anstatt einer Liste mehrere Optionen zu geben, macht man mehrere Listen mit Nuancen. Das Pricing ist highly situational, das Ausgleichssystem per Effekte-Roll ist extrem random, auch wenn ich es prinzipiell mag. Manche in der Task-Force eingeführten Systeme wie Supply find ich super, die gibts leider im skirmish nicht, Division ist ein Thema für sich. Überhaupt find ich die Task forces sehr viel gelungener als die skirmishes, brauchen aber leider auch deutlich länger (und mehr Zeug), taugt nicht für 2h am Abend, insbesondere, wenn man nicht krass drin ist im spiel.
Ich würde die Listen konsolidieren, 4-7 Listen pro faction, und die lieber modifizierbarer. Chaotische regeln wie "wenn du mindestens die Hälfte der Summe von Reiter A und B mit Speeren hast und Vollmond ist, kriegst du die vierte base von Reiter C umsonst, oder Reiter D eine Arkebuse" einfach streichen und über supply regeln.

e) Modelle:
ich sage es ungern, aber die modelle sind leider schlicht nicht gut. der Guss ist häufig schlecht, gratig, und brüchig und weich, die Mischung ist wohl schlicht nicht gut, vermutlich bleilastig. (war and empire macht beeindruckend vor wie gute 15mm white metal minis mit pferden, speer und schild sein können). Die models selber sind außerdem inkonsistent gemodelled, von den Körperformen und dem Aussehen her (das kriegt Battlefront z.B. auch viel besser hin). Ich habe hier inzwischen Polen, Tartaren, polnische Tartaren, Schweden, Dänen, Brandenburger, Kaiserliche, mounted cossacks, Kroaten und Transsylvaner (als Models). Man kann kaum glauben, dass das die gleiche Art Lebewesen sein soll, leider. Die Köpfe, Gliedmaßen, Größen, usw, unterscheidet sich immens. Schade. Auch die Ausrüstung und Kleidung ist uneinheitlich, eher durch unterschiedliche modeller als historische korrektheit. Das Mischen von auch selben Truppentypen ist dadurch schwer.
Die Pferde, die jetzt ersetzt werden, find ich noch das beste.
Warum ist das wichtig? Weil die Modelle das erste sind, was man in die Finger kriegt. Und ich bisher drei Leute kenne, die das Spiel nicht spielen, inkl. mein schwedischer Händler, der es nicht vertreiben will, weil die Modelle schlecht sind. Das ist tödlich für ein Tabletop.

f) Community management:
Grauslich. Wenn ich im polnischen Forum Regelfragen stelle, sehe wie drei Wargamer-Fuzzis munter im polnischen Teil rumposten, aber keiner Bock hat, im englischen Forum eine Frage zu beantworten, da hab ich kein Verständnis für. Das ist der direkte Grund dafür, warum ich im polnischen Forum nicht mehr aktiv bin. Wenn nach vier Tagen dann ein Ukrainer in schlechtem Englisch meine Frage, die er nicht verstanden hat, nach seinem besten Wissen beantworten versucht, ist das nett, aber kein community management.
Und da sind wir auch beim Punkt "Herkunft": Solange man als nicht-Pole ein Kunde/Spieler zweiter Klasse ist, ändert sich da nix. Meine Frau ist Polin, zur not lass ich mir übersetzen. Aber cool ist anders.
Da müsste einer her, der hauptamtlich das englische Subforum betreut, zum Beispiel. Auch auf der Website sind die news für PL und EN nicht die gleichen, und abweichende Texte. Was soll das?
That said, das Regelbuch neu aufgelegt als "player's edition" (für wen war die andere?) ist super.

g) Turniertauglichkeit:
Auch wenn das Spiel auf polnische Turnierspieler ausgerichtet ist, so hat es eklatante Mängel im Turnierwesen. Winzige Abstände sind meist extrem relevant, so die 10cm short range long range, 1-2cm beim wheelen, 1-2cm bei flank shots. Auf Turnieren führt das zu einer extremen "gamyness", bei der selber präzisest gespielt werden muss, und dem Gegner auf die Finger geschaut werden muss. Nimmt man z.B. Flames of war, wo ein Panzer 12" fährt, da sind 1cm Abweichtung beim Bewegen sowohl prozentual als auch von den Auswirkungen her einfach sehr viel weniger relevant als in BfaS. Das macht BfaS Punktespiele mE immer sehr anstrengend, da wirklich kleinste Sachen spielentscheidend werden (bleibt mein Pferd beim Charge in der Hauswand hängen oder nicht? Muss ich verjüngen komm ich nicht dran, der Befehl ist verschwendet, die Einheit tot, usw. Siehe auch unten unter "wheelerei")
Beim Thema, dazu kommen unorganische Regeln wie das gewheele, was ein Blödsinn. Ich spiele zur Zeit regelmäßig polnische Reiter oder mounted cossacks, open order, np. Schweden? vier Jahre von A nach B, und dann ist das Spiel vorbei oder der Gegner grade nicht in charge range, weil 20+10. Das ist ein stückweit weniger Turnier und mehr balancing, aber viele Deutsche fangen halt mit Reich/Brandenburger/Schweden an, und dann ist das unglaublich hemmend. Meiner Meinung nach muss das gewheele schlicht abgeschafft werden. Probleme wie die Verjüngerei gibts ja z.B. mit elite cav schlicht nicht.
Achja, Turniertauglichkeit: Die stealth-Änderungen im army creator (der super, aber nicht vollständig ist), sind unglaublich nervig. ich hatte jetzt bereits viermal listen, die ich ausgedruckt hatte, und dann aber so nicht mehr zusammenklicken konnte, weil was geändert wurde, ohne changelog, ohne irgendwas. Wieder die Frage: Warum? Warum dauernd? Wenn ich figuren kaufe, hoffe ich schon, die drei Monate später wieder spielen zu können.

Ich liebe dieses Spiel, aber es macht es mir sehr schwer, und ich erwarte aus genannten Gründen in der Zukunft keine Besserung für Deutschland. Schlicht und ergreifend.
Zumal ich das Gefühl habe, dass wichtige Akteure der Firma ihre Zeit lieber in Anno Domini 1664 stecken, anstatt BfaS auf breitere Füße zu stellen. So ist das ins Startups häufig, aber es ist weder schlau noch nachhaltig.

4. Ist es nur bei BFS so?
Ich spiele zu wenig verschiedenes, aber was ich spiele, ist ausschließlich historisch: Flames of War WK2, Flames of War Team Yankee, War&Empire, Saga. W&E ist auch verkrampft historisch, aber die FoW-Systeme spielen sich sehr flott und flüssig. Am Ende des Tages muss man halt wissen, was man sein will, historische Zinnfiguren, mit denen man auch Spielen kann, oder ein Tabletop mit historischen Anleihen einer ungefähren Zeit. Battlefront macht sicher nicht alles richtig, im Gegenteil, aber nicht so viele "obvious mistakes" wie Wargamer.

5. Ist es die Herkunft?
s.o.


6. Sind wir es? Können nur bestimmte Leute Tabletop gut finden? Schrecken wir andere ab?
Ich persönlich hab keinen Spielpartner in Jena, und für ein Abendspiel ist schlecht nach Leipzig fahren. Ich hab drei Kinder und bin normal im Außendienst, da ist am Samstag zum Spielen rumfahren nicht besonders cool. Besuchen kommt mich sehr selten wen. Aber mE ist das Hauptproblem das Spiel.

Ich sag mal so: Ich bin Strategieberater, und sehe hier direkt diverse Ansatzpunkte, mit denen diese Firma nicht allein ist. Offenbar ist denen das aber auch nicht wichtig, oder sie sehen es schlicht nicht. Schade.